Missratener Start ins Wahljahr für die Grünen

Kein gutes Omen für die Grünen mit Blick auf die nationalen Wahlen im Herbst: Sie haben bei den Wahlen ins Luzerner Kantonsparlament am Sonntag verloren. Zuvor hatten sie bereits bei den Parlamentswahlen im Kanton Baselland Sitze abgeben müssen.

Logo der grünen Partei.

Bildlegende: Ein Wahlauftakt mit Niederlagen: Den Grünen weht ein kalter Wind entgegen. Keystone

Noch im Januar, beim Wahlauftakt an der Delegiertenversammlung, war die Stimmung bei den Grünen aufgeräumt. Die Parteileitung ging davon aus, dass die Grünen letztes Jahr die Talsohle erreicht hätten, 2014 gewannen sie zur Abwechslung wieder einmal in verschiedenen Kantonen – Balsam für die Partei, die lange an der nationalen Wahlschlappe von vor vier Jahren nagte.

«  Dieses Jahr zeichnet sich eine Verschlechterung ab. Das macht mir Sorgen. »

Adèle Thorens
Co-Präsidentin der Grünen

Und nun dies: Ein Wahlauftakt mit Niederlagen. «Das macht mir Sorgen», sagt Co-Präsidentin und Nationalrätin Adèle Thorens. Letztes Jahr sei es sehr gut gelaufen, «doch dieses Jahr zeichnet sich mit Basel und Luzern eine Verschlechterung ab».

Wirtschaftskrise als Stolperstein

Der Hauptgrund dürfte die derzeitige Wirtschaftskrise sein. Die Leute hätten Angst um ihren Job, sagt Vizepräsident und Nationalrat Bastien Girod. Sind die Zeiten wirtschaftlich schwierig, sind sie es auch für die Grünen. Dieser Befund ist allerdings nicht neu.

Auch nicht neu ist die grüne Strategie dagegen. «Es muss uns noch besser gelingen aufzuzeigen, dass wir nicht nur im Umweltschutz kompetent sind», so Girod. Die Grünen hätten auch mit Blick auf Lösungsansätze für die Wirtschaftskrise gute Rezepte.

Offenbar bringen die Grünen einfach nicht rüber, dass Energiewende und grüne Wirtschaft auch Jobs schaffen können. Das Image der Einthemen-Partei scheinen sie nicht loszukriegen.

Keine Anpassung des Wahlprogramms

In zwei Wochen stehen im Kanton Zürich die nächsten Wahlen an – eine wichtige Station auf dem Weg zu den nationalen Wahlen im Herbst.

«  Wir haben ein Parteiprogramm und aufgrund dessen soll man uns wählen. »

Balthasar Glätti
Fraktionschef der Grünen

Aufgrund der jüngsten Verluste das Wahlprogramm zu ändern, komme aber nicht in Frage, betont Fraktionschef Balthasar Glättli: «Das Programm ändern wir nicht.» Die Grünen seien kein «Waschmittelhersteller, der wenn mehr Frühlingsduft gefragt ist, mehr Frühlingsduft bringt. Wir haben ein Programm und deshalb soll man uns wählen».

Bessere Mobilisation der Wähler

Die Parteileitung geht auch nicht davon aus, dass sich die Verluste auf die heiss diskutierte Frage der Listenverbindungen auswirken: In den Kantonen werde es nun trotzdem nicht zu mehr gemeinsamen Listen mit der Konkurrentin GLP, der grün-liberalen Partei, kommen.

Aber die Grünen wollen noch stärker die eigenen Leute mobilisieren, so dass diese auch wirklich zur Urne gehen. Allerdings ist auch dieses Rezept nicht neu – ein wahrlich schlechter Auftakt ins Wahljahr 2015.