Wie sauber ist die Schweizer Luft?

Die Luftverschmutzung in Peking hat in diesen Tagen drastische Dimensionen angenommen. In der Schweiz liegt die Feinstaubbelastung weit unter derjenigen der chinesischen Hauptstadt – und ist häufig immer noch zu hoch.

Schweizer Mittelland unter dem Hochnebel

Bildlegende: Hochnebel in Sargans: Durch eine Inversionslage wird oft Smog in Bodennähe eingeschlossen. Keystone

Im Jahresdurchschnitt enthält ein Kubikmeter Luft in der Schweiz 0,00002 Gramm – oder 20 Mikrogramm – Feinstaub wie zum Beispiel Russ oder Staubpartikel. Gemäss dem Bundesamt für Umwelt BAFU, ist das eine gesundheitlich unbedenkliche Konzentration. Zusammen mit weiteren chemischen Verbindungen wie Ozon, bildet der Feinstaub den sogenannten Smog. Vor 30 Jahren war die Belastung noch doppelt so hoch wie heute. Der Rückgang ist unter anderem auf die Einführung von Russpartikel-Filtern bei Dieselmotoren und strengere Richtlinien bei Holzheizungen zurückzuführen.

Trotzdem sieht das BAFU noch Handlungsbedarf an Tagen, an denen der Tageshöchstwert von 50 Mikrogramm pro Kubikmeter überschritten wird. Dies ist vor allem bei Inversionslagen – bekannt durch das Phänomen «oben blau, unten grau» – der Fall; der Smog staut sich dann in Bodennähe wie unter einer Käseglocke. Partikel, die kleiner als 0,01 Millimeter sind, können nicht entweichen und so in die feinsten Verästelungen der Lunge eindringen. Bei einigen Menschen kann das zu gesundheitlichen Problemen wie Husten, Atemnot und im schlimmsten Fall Lungenkrebs führen.

Zum Vergleich: Staatliche Messstationen in Peking melden aktuell Werte von 400 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter Luft. Eine unabhängige Messstation auf dem Gelände der US-Botschaft in Peking hat sogar 800 Mikrogramm gemessen – der kritische Grenzwert der Weltgesundheits-Organisation WHO liegt bei 25 Mikrogramm. Umweltaktivisten warnen, dies sei die «schlimmste Smoglage» in der Geschichte der chinesischen Hauptstadt.

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Smog-Alarm in China

2:37 min, aus Tagesschau am Mittag vom 14.1.2013