INPUT KOMPAKT: Die Marathon-Männer

Auffallend viele Männer zwischen 35 und 45 stecken sich dasselbe Ziel: Einen Marathon zu absolvieren. Oder einen Triathlon. Warum nicht gleich den Ironman Hawaii? Hinter dem Phänomen der Marathon-Männer steckt aber mehr als eine Midlife-Crisis. Der Körper wird zunehmend zum Leistungsausweis.

arathon-Mann: Ein erschöpfter Läufer am Zürich Marathon
Bildlegende: arathon-Mann: Ein erschöpfter Läufer am Zürich Marathon Keystone

«Input» geht der Frage nach, warum so viele Männer im mittleren Erwachsenalter auf die Idee kommen, einen Marathon oder sogar einen Triathlon zu bewältigen. Dabei geht es um mehr als um den Start einer Midlife-Crisis. Nicht nur das Konkurrenzdenken, das Männern quasi in die Wiege gelegt wird, spielt eine Rolle – sondern auch, dass wir in unserer Leistungsgesellschaft unsere Biografie zunehmend und wortwörtlich «verkörpern» müssen.

«Ich glaube Frauen vergleichen sich oft auch miteinander, aber halt einfach anders. Dieses «wer ist schneller oder stärker?» ist schon mehr ein Männerding. Man spricht im Büro auch drüber –erzählt zum Beispiel am Mittagstisch, wenn man einen neuen persönlichen Rekord aufgestellt hat».

Philip Hohl (39) trainiert für seinen ersten Triathlon

«Heute gilt: Wer seinen Körper im Griff hat, hat sein Leben im Griff.»

Diana Baumgarten, Familienforscherin/Soziologin

«Männer die zu mir in ein Coaching kommen, die wollen nicht einen Marathon mal schön bewältigen. Die kommen zur Tür herein und haben eine klare Zeit im Kopf, quasi auf die Stirn geschrieben.»

Jörg Wetzel, Sportpsychologe

«Bei mir wurde es irgendwann verkrampft. Und dann hattest du auf dem Job einen Krampf, im Sport einen Krampf – es wurde einfach zu einer ungesunden Spirale.»

Sandro Brotz, Moderator SRF Rundschau und Marathonläufer

 

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Der Marathon-Mann dieser Sendung

Redaktion: Céline Raval