Was suchen wir im Schamanismus?

Wenn Psychologie und Schulmedizin keine Erklärung liefern und an Grenzen stossen, suchen immer mehr Leute den Rat eines Schamanen. Sie lassen sich auf Trommeln und Naturgeister ein und verbinden sich mit anderen Welten. Was bietet der heutige Schamane, was die Psychologin oder der Arzt nicht können?

Schamane Carlo Zumstein in Trance.
Bildlegende: Schamane Carlo Zumstein in Trance. SRF 3

Sabine Meyer reist für Input zu Schamanen in der Schweiz und lässt sich auf sie ein.


Meine erste Begegnung mit einer Schamanin habe ich in Herisau, in der Praxis von Anna Lara Rhyner. Sie arbeitet seit 25 Jahren schamanisch und schlägt mir vor, nicht nur über Schamanismus zu sprechen, sondern Schamanismus auch zu erleben. So gehe ich auf meine erste schamanische Reise. In der Hoffnung, meinem Krafttier zu begegnen.


«Master Circle»


Später reise ich weiter nach Lenzerheide. Hier treffe ich den Schamanen Carlo Zumstein, ein Urgestein des Schweizer Schamanismus. In einem Maiensässhotel etwas ausserhalb trifft er sich mit vier Frauen zu einem sogenannten «Master Circle»: Ein vertraute Gruppe, die sich regelmässig trifft. Auch hier werde ich zu einem Ritual eingeladen. Dieses Mal geht es nicht um Krafttiere, sondern um Heilung: Ich nehme Teil an einem Heilritual.


«Alles ist beseelt»


Nach vielen Gesprächen über Schamanismus und ein paar wenigen Erfahrungen verschwindet langsam mein Bild des tanzenden Medizinmannes und wird durch ein starkes Gefühl der Kraft ersetzt. Schamanismus als eine Möglichkeit der Verbindung mit meiner inneren Kraft und mit dem Universum. Oder, wie mir immer wieder gesagt wurde: «Alles ist beseelt.»

Bildergalerie

Moderation: Gaudenz Weber, Redaktion: Sabine Meyer