Buggys im Test: Mit diesen Kinderwagen fahren Sie am besten

Eltern wollen Buggys, die leicht und wendig sind und sich einfach zusammenklappen lassen. Kinder brauchen Wagen, die ihnen Platz lassen und frei von Schadstoffen sind. «Kassensturz» zeigt, welche Modelle diese Ansprüche erfüllen und sagt, ab wann Kinder überhaupt im Buggy sitzen sollten.

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Buggy-Test: Mit diesen Kinderwagen fahren Sie gut

7:08 min, aus Kassensturz vom 26.4.2016

Wenn Kinder aus dem neugeborenen Alter raus sind, sind sie gerade richtig: Buggys, die leichten Kinderwagen ohne Babywanne. Im Test sind beliebte Buggys, erhältlich in Fachgeschäften und bei Onlinehändlern. Geprüft hat sie die deutsche Stiftung Warentest.

Ergonomie noch zu wenig ausgereift

Auffallend am Test: Hersteller könnten die Ergonomie noch deutlich verbessern. Stephan Scherfenberg, Redaktor bei Stiftung Warentest, fordert: «Zum Beispiel sollten mitwachsende Fussstützen eingebaut werden. Alle Buggys im Test haben Fussstützen, die nicht verstellbar waren.»

Wichtig wäre zudem auch, dass die Rückenlehne so hoch ist, dass der Kopf des Kindes wirklich abgestützt ist. Das ist je nach Grösse des Kindes nicht bei allen Buggys möglich.

Einige Hersteller wie Chicco oder Peg empfehlen ihre Buggys ab Geburt, weil die Kinder beinahe flach liegen könnten. Hannes Manner ist Kinderorthopäde an der Schulthess Klinik in Zürich. Der leitende Arzt kritisiert diese Empfehlung. Für Babys seien Wannen eindeutig besser. Ein Buggy eigne sich erst für ein Kind, wenn es selber sitzen kann.

Kinderorthopäde Manner: «Sitzen wird vom Kind gefordert in so einem Buggy. Es kann sich zwar etwas anlehnen, aber für längere Strecken würde die Rumpfmuskulatur nicht kräftig genug sein.» Stiftung Warentest empfiehlt die Buggys im Test denn auch erst ab sechs Monaten bis 2,5 oder drei Jahren (siehe Resultate-Tabelle).

Verbotene Schadstoffe

Ungenügend waren drei Buggys im Test. Zum Beispiel der Chicco Lite Way. Bei Sitzkomfort und Sicherheit hat der Buggy zwar gut abgeschnitten. Doch es gab viel Abzug wegen der Schadstoffe auf der Sitzfläche. Stephan Scherfenberg von Stiftung Warentest: «In dem Wagen fanden wir in den Sitzen hohe Mengen von TCPP, das ist ein Weichmacher, und von dem wird auch vermutet, dass er ein krebserregendes Potential hat.»

Den EU-Grenzwert für Spielzeug, der auch in der Schweiz gilt, hat der Chicco Lite Way im Test um ein Vielfaches überschritten. Chicco schreibt «Kassensturz», dass der Buggy insgesamt der Norm entspreche. Der hohe Abzug bloss wegen der Schadstoffe TCPP kann der Hersteller deshalb nicht nachvollziehen. Der TCPP-Grenzwert gelte nur für Spielzeug. «Diese Regeln haben wir freiwillig übernommen», betont Chicco. Der getestete Lite Way sei aber vor der Umstellung produziert worden.

In den Griffen des Hauck Shopper Comfortfold fand Stiftung Warentest die verbotenen Schadstoffe Chlorparaffine. Hauck schreibt «Kassensturz», dass Käufer Buggys aus dem Produktionsjahr 2015 ihrem Händler zurückgeben können. Das Produktionsdatum sei auf einem Sticker, der sich an der Unterseite des Rahmens befinde. Neuere Modelle seien frei von diesen Schadstoffen. Mit 99 Franken 90 ist das Modell von Hauck der günstigste Buggy im Test.

Ebenfalls ungenügend: der Kiddy City'n Move. Im Dauertest löste sich eine wichtige Verbindungsschraube. Der Hersteller Kiddy: Modelle der betroffenen Charge könnten über den Fachhandel repariert werden. Weitere Infos gibt es auf der kiddy.de-Webseite oder beim nächstgelegenen Kiddy Fachhändler.

Blickrichtung auch zum Elternteil möglich

Genügend abgeschnitten haben der Recaro Easylife, der Quinny Zapp Xtra und der Buggy TFK Dot. Beim Quinny Zapp Xtra kann das Kind auch zum Elternteil schauen. Nachteil: Die Position bleibt beim Liegen fix.

Gut im Test abgeschnitten haben: der Knorr-Baby Vero XL, dessen Rückenlehne des Buggys ist eher niedrig, aber er braucht am wenigsten Platz. Der Buggy Peg Berego Pliko P3 ist im Dunkeln gut sichtbar. Ältere Geschwister können hinten auf dem Brett mitfahren. Beim Baby Jogger Vue Lite können die Kinder auch rückwärtsfahren, nur haben sie dann keine Fussstütze.

Bester Sitzkomfort und leichte Handhabung

Ebenfalls gut abgeschnitten hat der Maclaren Techno XT, erhältlich für 359 Franken und damit der teuerste Buggy im Test. Gemäss Stiftung Warentest ist der Sitzkomfort dieses Buggy der beste.

Testsieger ist der Buggy Nuna Pepp Luxx mit 79 von hundert Punkten. Für Stephan Scherfenberg von Stiftung Warentest besonders überzeugend: «Dieses Produkt hat sich besonders leicht geschoben, war sehr leicht zusammenzufalten, und es war auch sehr leicht auch zu transportieren.»

Preise und Paketlieferung

Die Preise variieren je nach Händler und Aktionen stark - auch je nach Farbwunsch. Wer einen Buggy via Online-Handel nach Hause bestellen möchte, sollte wissen: Die Buggys müssen in der Regel selber zusammengesetzt werden.

Die Testkriterien

  • Kindgerechte Gestaltung: Wie gut und sicher sitzt das Kind? Im Fokus: Platzverhältnisse, Ergonomie, Gurtsystem, Federung, Regen- und Sonnenschutz, Liegeposition.
  • Handhabung: Wie einfach lässt sich der Buggy aufbauen und verstellen? Wie leicht zuklappen und transportieren? Lassen sich Hindernisse problemlos passieren? Ist der Wagen gut lenkbar, auch auf unebenen Wegen?
  • Schadstoffe: Sind vor allem Griff und Stoffe im Kontaktbereich des Kindes schadstofffrei?
  • Haltbarkeit: Wie robust ist der Buggy? Die Buggys durchliefen einen Belastbarkeitstest in der Klimmakammer, auf dem Laufband und auf der Rampe.
  • Sicherheit: Stehen die Buggys sicher? Halten die Gurten? Gibt es keine Quetschgefahr? Sichtbarkeit im Dunkeln?

Test-Resultate

Test-Resultate

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