«Kassensturz»-Test Imprägniersprays im Test: Welche sehr gut wirken

Imprägniersprays sollten das Wasser vom Körper fern halten. «Kassensturz» hat dazu neun für Leder und Textilien auf Wirksamkeit, Handhabung und Gift getestet. Fazit: Während vier das Wasser «sehr gut» abweisen, klappt das bei den schlechteren mässig. Zwei Produkte sind zum Davonlaufen.

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Im Trockenen: Imprägniersprays im Test

6:44 min, aus Kassensturz vom 25.10.2016

Kein schlechtes Wetter, sondern nur schlechte Imprägniersprays? Der abgewandelte Spruch gilt nur halbwegs. Denn der Spray aus der Dose schützt nur dann, wenn das Material des Kleidungsstücks dafür geeignet ist.

Im Test von «Kassensturz» und "Saldo" konnte keiner der neun Sprays Baumwolle zu einem wasserabweisenden Textil machen. Diese Fasern sind zu saugfreudig. Imprägniersprays können aber eine bereits existierende wasserabweisende Wirkung von Materialien unterstützen.

So richtig interessant sind deshalb die Testresultate auf Polyester und Leder. «Nässeblocker Hybrid» von Ochsner Shoes und Protection Universal von Dosenbach erhielten auf Polyester eine «ungenügende Bewertung». Der Hersteller der beiden Sprays entgegnet, das Produkt habe in eigenen Tests besser abgeschnitten.

Die besten Sprays für Polyester

Alle anderen getesteten Imprägniersprays schnitten auf Polyester mindestens «gut» ab, drei davon sogar «sehr gut»:

  • Bama Power Protector,
  • Fila Professional Water Stop und
  • Búfalo Aqua Stop Neutral.

Die besten Sprays für Leder

Auf Leder erzielten vier Produkte eine genügende (Ochsner Shoes, Dosenbach, Kiwi, Martec), fünf eine «sehr gute» Wirkung:

  • Bama Power Protector,
  • Bama Aktiv-Universal-Pflege,
  • Fila Premium All Proof (Bestnote 6),
  • Fila Professional Water Stop und
  • Búfalo Aqua Stop Neutral.

Belastung der Atemorgane

Nur zwei der getesteten Imprägniersprays enthielten keine lungengängigen Partikel. Darunter ist der Spray von Búfalo, der in der Gesamtbewertung «gut» abschneidet, also empfehlenswert ist.

Die meisten dieser Kleinstpartikel, die Atemorgane belasten, fand das Labor in der Aktiv-Universal-Pflege von Bama, und zwar mehr als 6 Prozent. Laut Bundesamt für Gesundheit sollten nicht mehr als 1 Prozent der ausgestossenen Partikel kleiner als 10 Mikrometer sein.

Die Grösse der Partikel hängt übrigens von der Zusammensetzung des Imprägniersprays, aber auch vom Sprühkopf ab. Einzelne Hersteller kritisierten die Empfehlung des Bundesamtes als sehr streng.

Imprägniersprays nur für Schuhe: nur einer überzeugt

Neben den neun Universal-Imprägniersprays für Schuhe und Kleidung hat «Kassensturz» drei Sprays getestet, die sich nur für das Imprägnieren von Schuhen empfehlen (siehe Resultate-Tabelle PDF).

Die drei getesteten Sprays für Schuhe schnitten mit Noten zwischen 3,5 und 5 sehr unterschiedlich ab. Hauptschwächen: Die ölabweisende Wirkung (siehe «So wurde getestet») und lungengängige Partikel.

Nur Nikwax kommt hier ohne diese Atemorgane belastenden Kleinstpartikel aus – und schneidet auch bei sämtlichen weiteren Kriterien mit der guten Note 5 ab. Der Spray von Coop Qualité & Prix ist knapp genügend, Shoeboys Water Protect – mässig in der wasserabweisen Wirkung und schwach beim Schutz gegen Öl – ist gar nicht empfehlenswert. Der Hersteller weist darauf hin, dass die Rezeptur ohnehin kurzfristig gegen eine neu ausgetauscht werde.

Tipps: Diese Textilien eignen sich zum Imprägnieren

12 sprays

Bildlegende: Die getesteten Produkte in Pumpflaschen und Treibgas-Srpaydosen. SRF

Imprägniersprays können nicht zaubern. Nur auf Oberflächen, die schon von sich aus eher wasserabweisend sind, können sie eine imprägnierende Wirkung erzielen.

Dazu gehören Textilien mit einer glatten Oberfläche, aber auch Glattleder, die Wasser eher abperlen lassen als raue Materialien. Auch die Struktur gibt einen Hinweis darauf, ob sich ein Material eignet. Als Faustregeln gelten:

  • Synthetische Materialien sind vom Aufbau her wasserabstossend.
  • Je dichter gewoben oder gestrickt, desto wasserabweisender ist ein Material.
  • Mit Beschichtungen und chemischer Behandlung können Hersteller eine wasserabweisende Wirkung erzielen.

Bei Textilien mit einer atmungsaktiven Membran verhindert das Abperlen des Wassers, dass die Aussenseite des Stoffes durch eine Wasserschicht dicht gemacht und die Membran nutzlos wird.

So wurde getestet

Teststreifen mit Tropfen

Bildlegende: Wasser auf unbehandeltem und imprägniertem Leder. SRF

Wasserabweisende Wirkung:
Regentest: 12 Stunden vor dem Test imprägnierte Proben aus Polyester, Baumwolle, Glattleder und Lederfaserstoff wurden mit einer Sprühapparatur in verschiedenen Durchgängen mit maximal 2,5 Liter Wasser berieselt. Nach jedem Durchgang beurteilten die Testerinnen, wie stark das Material benetzt war.
Statische Prüfung: Auf Proben aus Lederfaserstoff tropften die Testerinnen Wasser und in unterschiedlichen Abstufungen Wasser-Alkohol-Mischungen mit abnehmender Oberflächenspannung. Dann stellten sie fest, wie leicht der imprägnierte Lederfaserstoff die Flüssigkeit aufsaugt.

Ölabweisung: Auf Proben aus imprägniertem Glattleder tropften die Testerinnen Öl mit abnehmender Oberflächenspannung und stellten fest, bei welcher Oberflächenspannung, also wie leicht, das imprägnierte Glattleder das Öl aufnimmt.

Handhabung: Die Testerinnen sprühten aus der auf der Verpackung empfohlenen Distanz auf eine Probe, massen den Sprühradius und stellten fest, wie viel Spray benötigt wird, um die Probe zu imprägnieren und wie lange das Trocknen dauert.

Anteil lungengängiger Partikel: Mithilfe eines laseroptischen Verfahrens massen die Tester, 15 cm von der Düse entfernt, die Tröpfchengrösse im Sprühnebel. Als lungengängig gelten Partikel, die kleiner als 10,4 Mikrometer sind.

Resultate-Tabelle

Resultate-Tabelle

Resultate-Tabelle PDF

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