Zum Inhalt springen

Umwelt und Verkehr Töffli – auf dem Land noch immer der Renner

Puch Maxi, Piaggio Ciao, Pony, Belmondo: Das waren lange Zeit die Zauberwörter für Jugendliche. Mit Jeansjacke und langen Haaren liess man das Sackgeld in der Freizeit von seinem Töffli verdunsten. Und sie haben überlebt, die Schnäpper. Vor allem auf dem Land.

Als die Motorfahrräder anfangs der 1960er-Jahre in die Schweiz kamen, starteten sie gleich durch. Das «Auto für die Armen» war nicht nur ein günstiges Fortbewegungsmittel, sondern für viele Jugendliche eine Stück grenzenlose Freiheit. 1980 waren 670‘000 Töffli auf Schweizer Strassen unterwegs. Heute sind es noch rund 165‘000. Gründe für den langsamen, aber steten Rückwärtsgang gab es viele: Es kam die Helmpflicht, die Kategorie «Roller» ab 16 Jahren und das Mountainbike. Ausserdem wurde der öffentliche Verkehr vor allem in den Städten ausgebaut und lockte immer mehr junge Passagiere an.

Die alten Legenden

Doch auf dem Land sind die Mofas geblieben, als was sie auch produziert wurden: ein praktisches Fortbewegungsmittel für den schnellen Weg von A nach B. Und man zehrt vom grossen Vorrat aus den goldenen Töfflizeiten. Denn statt moderne Mofas zu kaufen, stürzen sich die Kunden auf die aufgefrischten Occasionen. Im St.Galler Rheintal ist das Puch Maxi der grosse Star. Wer Töffli sagt, meint hier dieses Modell, selbst wenn es längst nicht mehr hergestellt wird.

Titus Haltiner betreibt in Montlingen SG ein Zweiradgeschäft. Sein Team hat sich auf das Herrichten von ausrangierten Mofas spezialisiert. Im Keller lagern sie in allen Farben: grüne, orange, blaue Zweitakter für 1500 bis 2500 Franken das Stück. Rund hundert verkauft Haltiner pro Jahr. «In einer Randregion wie dem St. Galler Rheintal brauchen die Menschen das Töffli oder auch den Roller als Fortbewegungsmittel.»

Die ganz grosse Blütezeit ist vorbei, aber ganz verschwinden werden die Knattergeräte noch lange nicht von den Schweizer Strassen – im St. Galler Rheintal erst recht nicht.

7 Kommentare

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Teilen Sie Ihre Meinung... anwählen um einen Kommentar zu schreiben

Wir haben Ihren Kommentar erhalten und werden ihn nach Prüfung freischalten.

Einen Kommentar schreiben

Bitte beachten Sie unsere Netiquette verfügbar sind noch 500 Zeichen

Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.

  • Kommentar von M. Fischer, Buchs
    Puch -egal ob Pony oder Maxi- waren zu meiner Zeit so-was wie das Anti-töffli. Wer inn sein wollte hat ein Malaguti Top Fifty, oder eben ein Piaggio Ciao. Belmondo's und Zündap wahren selten, und galten zudem als "Gruftige 2. Hand" Ware. Tja! Die tollen und coolen, sie haben alle nicht überlebt. Sie haben sich noch beim Fahren selbst zerlegt, oder sind unterm Sattel weg-gerostet. Die teure Qualitätsware fährt hingegen noch immer.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen Antworten anwählen um auf den Kommentar zu antworten
    1. Antwort von p.keller, kirchberg
      Wer 'in' sein wollte, fuhr einen Jaguar E-Type.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Charles Dupond, Vivis
    Es taete nicht nur dem Kampf gegen die Zufruehverschuldung, sondern auch der Gesundheit und Fitness besser, wenn unter 16jaehrige noch ihre Beinmuskeln bewegen, statt sich schon mechanisch oder elektrisch rumschieben zu lassen. In Vortoefflizeiten hatten 15jaehrige das Tessin noch mit dem Velo statt dem Tourismuspropagandatoeffli besucht, samt Bewaeltigung der Alpenpaesse mit Muskelkraft. Aber das wuerde die Gewinne der Toeffliindustrie schmaelern....
    Ablehnen den Kommentar ablehnen Antworten anwählen um auf den Kommentar zu antworten
    1. Antwort von Sven Ryser, Schaffhausen
      1. Habe ich als 15 Jähriger durch mein Töffli erst richtig gelernt mit Geld umzugehen 2. Kenne ich nur einen Töfflibueb der Übergewichitig oder nicht fit ist 3. Ist am Töffli herumschrauben eine viiiiel bessere Beschäftigung als Kiffen, Saufen und Rumhängen da man dabei wenigstens noch etwas lernt 4. Welche Töffliindustrie? Es gibt etwa noch 2 hersteller mit insgesamt ca 6 Modellen und ich sehe keinen einzigen Jugendlichen mit einem der neuen Mofas rumfahren!...
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von Charles Dupond, Vivis
      @Ryser - 1. Es gibt billigere Varianten zu lernen mit Geld umzugehen. 2. Nach einer Velotour ins Tessin haetten sie eine Fitness wie nie vor- und nachher (insbesondere wenn Gewerbeschulen das Turnen fuer die "bessere" Ausbeutung des Leerlings in der Bude vernachlaessigen). 3. Man kann Helimodelle oder Radios basteln, um die fehlenden Spiele der Bibeltheokratie zu entlangweilen. 4. Das Alter wurde fuer die Lobisten abgeteuft, nicht fuer Sie, auch wenn der "Erfolg" wie ueblich nur kurzfrisig war!
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    3. Antwort von Roger Daniels, Bern
      @Charles Dupond: 1. Es gibt bei Ihnen für jedes Argument ein Gegenargument. 2. Sie wissen alles und immer besser. 3. Bei uns auf dem Land ist es heute z.T. gar nicht mehr möglich, sich DER SCHULE wegen mit dem Velo hin- und herzubewegen. 4. Sind vielleicht Sie daran schuld? - Und all das sind Mutmassungen. Genau wie sie behaupten, dass 15 Jahre alte durch das Benutzen des Velos kein Übergewicht hätten. Ich behaupte jetzt auch mal etwas: Ich, 15, 178cm gross, 104kg schwer lasse sie stehen.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Marianne Känzig, Basel
    Und da war auch noch das Velosolex!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen Antworten anwählen um auf den Kommentar zu antworten