Kinderschuhe sind häufig zu klein

Zwei von drei Kindern laufen in zu kleinen Schuhen. Jüngst kam eine Studie zur Fussgesundheit bei Kindern in Bayern wieder zu diesem Resultat. Wer für sein Kind die passenden Schuhe will, kommt nicht darum herum, regelmässig die Grösse der Kinderfüsse zu prüfen.

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Tipps für den Kinderschuh-Kauf

5:01 min, aus Puls vom 6.3.2017

Der Fuss eines Kleinkindes wächst im Schnitt eineinhalb Millimeter pro Monat, der eines Kindergarten- oder Schulkindes rund einen Millimeter. Pro Jahr wachsen Kinderfüsse also durchschnittlich zwei Schuhnummern.

Wer Wert darauf legt, dass sein Kind passende Schuhe trägt, sollte deshalb die Grösse der Kinderfüsse regelmässig überprüfen und mit den Kinderschuhen vergleichen.

Die richtige Grösse bestimmen

Ob die Schuhe noch passen oder bereits zu klein sind, lässt sich relativ einfach bestimmen.

Variante 1: Innensohle aus dem Schuh herausnehmen und das Kind barfuss auf die Sohle stellen. Von der längsten Zehe – das muss übrigens nicht die Grosszehe sein – bis zur Spitze der Sohle sollten 12 bis 17 Millimeter Platz sein. Fünf Millimeter braucht der Fuss, notabene auch bei Erwachsenen als Freiraum, da er im Schuh mobil ist und eine gewisse Bewegungsfreiheit braucht. Die restlichen Millimeter sind Puffer für das Grössenwachstum vom Kinderfuss.

Wichtig: Die Schuhe immer an beiden Füssen überprüfen, weil die Füsse nie gleich gross sind.

Variante 2: Lässt sich die Innensohle des Schuhs nicht herausnehmen, bastelt man sich am besten eine Schablone: Das Kind barfuss auf einen Karton stellen und den Fuss als Silhouette abzeichnen. Bei der längsten Zehe mindestens 12 Millimeter nach vorne hinzufügen und die Fussform anschliessend ausschneiden. Die Schablone sollte sich nun komplett in den Schuh einlegen lassen.

Alternativ kann man natürlich auch die abgezeichnete Schablone ohne Zugabe der 12 bis 17 Millimeter in den Schuh stecken. Schiebt man die Schablone im Schuh ganz nach vorne müsste an der Ferse noch mindestens ein Fingerbreit Platz sein.

Drücken ist ungenau

Die Probe mit dem Daumen zwischen dem längsten Zeh und der Schuhspitze ist weniger genau und klappt nur dann, wenn das Kind steht und die Zehen nicht einzieht. Experten empfehlen deshalb bei der Daumenprobe mit der anderen Hand den Fuss leicht auf den Boden zu drücken.

Bei festerem Schuhwerk wie Winterschuhen ist das Erspüren der grössten Zehe fast nicht mehr möglich. Und auf Aussagen vom Kind selbst sollte man sich auch nicht verlassen. Sohlen- und Schablonen-Test sind viel aussagekräftiger.

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