IG Kultur Luzern: Unfreiwilliger Rücktritt des Vorstands

Es rumort in der IG Kultur Luzern: Erst kürzlich wurde bekannt, dass der Vorstand der Lobby-Organisation und deren Geschäftsführerin sich trennen. Nun hat der Vorstand angekündigt, er trete geschlossen zurück. Dies allerdings nicht ganz freiwillig.

Aussenaufnahme der Geschäftsstelle der IG Kultur Luzern in der Stadt Luzern.

Bildlegende: Edina Kurjakovic verlässt die Geschäftsstelle der IG Kultur an der Luzerner Bruchstrasse per Ende Januar 2016. SRF/Silvan Fischer

«Der Vorstand der IG Kultur Luzern blickt auf intensive und emotionsreiche Monate zurück», mit diesen Worten beginnt ein Brief, den die Interessengemeinschaft am Freitag an seine Mitglieder versandte. Der Vorstand meint damit unter anderem:

  • April 2015: Armin Meienberger, der Präsident der IG Kultur Luzern, stirbt unerwartet an einem Herzversagen. Das Amt wird vorläufig nicht besetzt.
  • Oktober 2015: Der Vorstand gibt bekannt, dass er sich per Ende Januar 2016 von Geschäftsführerin Edina Kurjakovic trennt. In gegenseitigem Einvernehmen und wegen «unterschiedlicher Auffassungen in der operativen Führung der Geschäftsstelle» wie es heisst.
  • Gleichzeitig und unabhängig davon wird bekannt, dass Martina Kammermann die Redaktionsleitung des Vereinsorgans «041 - das Kulturmagazin» abgibt. Per Ende 2015.

«Unerträgliche Situation»

Dass der Vertrag mit Geschäftsführerin Edina Kurjakovic aufgelöst wird, stiess intern und extern auf Unverständnis und löste heftige Proteste aus.

Nun zieht der Vereinsvorstand die Konsequenzen: Am 7. Januar 2016 will er an einer ausserordentlichen Delegiertenversammlung geschlossen zurücktreten. Vorstandsmitglied Brigitte Heinrich: «Wir ertragen diese Situation aus persönlichen, beruflichen und auch aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr.»

«  Das ist kein Putsch. Wir fordern lediglich einen Neuanfang. »

Catherine Huth
ehemalige Geschäftsführerin IG Kultur Luzern

Besonders die unklaren Gründe für den Weggang von Geschäftsführerin Edina Kurjakovic lösten Widerstand aus. Rund 20 Kritiker des aktuellen Vorstands taten sich zusammen. Es sind vor allem ehemalige Mitarbeitende der IG Kultur Luzern.

Eine der Sprecherinnen der Gruppe ist Catherine Huth, die Vorgängerin von Edina Kurjakovic: «Wir hatten zwar ein Gespräch mit dem Vorstand. Dieser beantwortete unsere Fragen aber nur unzureichend. Also haben wir den Vorstand am 30. November schriftlich zum Rücktritt aufgefordert.»

Die Kritik trägt also Früchte. Dennoch will Catherine Huth nicht von einem Putsch sprechen. Es sei lediglich an der Zeit, dass neue Leute in den Vorstand kämen und diese sich wieder für die Kernaufgabe des Vereins einsetzen könnten - die Lobby-Arbeit für rund 200 Kulturveranstalter aus der ganzen Zentralschweiz.

Regionaljournal Zentralschweiz, 17:30 Uhr