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Schweiz Bundesrat will Lohndiskriminierung ausmerzen

Frauen verdienen immer noch weniger als Männer - weil sie Frauen sind. Dieser Diskriminierung will der Bundesrat jetzt an den Kragen. Lohnkontrollen in den Firmen sollen es richten. Allerdings soll dafür nicht der Staat zuständig sein.

Frau arbeitet, Mann schaut zu
Legende: Trotz gleicher Arbeit: Frauen verdienen immer noch weniger als Männer. Keystone

Der Bundesrat will gegen Lohndiskriminierung vorgehen. Er will Firmen mit 50 oder mehr Mitarbeitenden verpflichten, alle vier Jahre die Löhne zu analysieren. Sie müssten prüfen, ob Frauen und Männer gleich viel verdienen.

Der Bundesrat schickt dazu eine Änderung des Gleichstellungsgesetzes in die Vernehmlassung. Frauen verdienten immer noch weniger, obwohl die Lohngleichheit vor über 30 Jahren in der Bundesverfassung verankert worden sei, schreibt das Justiz- und Polizeidepartement (EJPD).

Freiwillige Massnahmen hätten keinen Erfolg gezeigt. Deshalb sei der Bundesrat zum Schluss gelangt, dass es staatliche Massnahmen brauche.

Arbeitgeber müssen selber kontrollieren

Staatliche Lohnkontrollen sind aber keine geplant: Die Unternehmen sollen selber in die Pflicht genommen werden. Sie sollen alle vier Jahre den Lohn analysieren und extern kontrollieren lassen. Die Kontrollen könnten die Unternehmen wahlweise einer Revisionsfirma, einer staatlich anerkannten Selbstregulierungsorganisation oder den Sozialpartnern übertragen.

Säumige Firmen würden an Pranger gestellt

Sanktionen sind keine vorgesehen. Der Bundesrat schlägt aber vor, dass die Kontrollstelle dem Bund melden muss, wenn ein Unternehmen die Lohnanalyse nicht kontrollieren liess oder das Lohngefüge gar nicht analysiert hat.

Das Gleichstellungsbüro würde die säumigen Arbeitgeber dann in eine öffentliche Liste eintragen, wie dies bereits der Fall ist bei Firmen, die der Schwarzarbeit überführt worden sind.

Mit diesem Vorschlag lasse sich Lohngleichheit ohne bürokratische Hürden umsetzen, schreibt das EJPD. Laut Bundesamt für Statistik verdienten Frauen im Jahr 2012 durchschnittlich 8,7 Prozent weniger als Männer, was 678 Franken pro Monat entspricht.

Zwei neue Studien

Frauen werden laut einer neuen Publikation von Avenir Suisse von Firmen nicht diskriminiert. Schuld an den Lohnunterschieden seien unser Steuersystem und der starre Mutterschaftsurlaub. Eine andere Studie zum Thema, die der Bundesrat in Auftrag gegeben hat, kommt zum Schluss, dass die Lohnunterschiede teilweise gar nicht erklärbar sind.

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9 Kommentare

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  • Kommentar von W. Pip (W. Pip)
    Platz acht im weltweiten Ranking, aber der Bundesrat hat nichts besseres zu tun, als zu just diesem Thema „eine Änderung des Gleichstellungsgesetzes in die Vernehmlassung“ zu schicken. Wir haben im Moment sonst ja echt keine anderen Probleme, welchen BR und Parlament ihre Zeit widmen könnten…
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  • Kommentar von Jürg Sand (Jürg Sand)
    Nehmen wir einmal ein griffiges Beispiel. Lassen wir zwei Fensterputzer die baugleichen Scheiben eines Industriegebäudes 8 Stunden putzen (jeweils normale Geschlechtsvertreter) und vergleichen wir die Tagesleistung. Da hätten wir mit Sicherheit ein Beispiel für gleiche Arbeit, unterschiedliche Leistung (raten zu wessen Gunsten). Jetzt sind wir aber erst am Anfang der Betrachtungen..........und schon merkt man, dass die Studien einen Bogen um solche entscheidenden Fakten machen.
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    1. Antwort von Beppie Hermann (Eine rechte Grüne)
      Ein verallgemeinernder Generalblödsinn, den sie da verzapfen! Natürlich gibt es unterschiedliche Leistungen unterschiedlicher Leute. Zwischen Männern, zwischen Frauen, zwischen Frauen+Männern. Könnte Ihnen ein dickes Buch Gegenbeispiele nennen. Der Inhaber eines Muldentransportunternehmens zB.erklärte mir neulich, er stelle soweit möglich nur noch Frauen ein. Sie fänden jedes Ziel, machen weniger Unfälle, tragen mehr Sorge zu den Gefährten, arbeiten alles inbegriffen also schneller+sorgfältiger.
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    2. Antwort von Jürg Sand (Jürg Sand)
      Super, Beppie Hermann, dann hoffe ich, dass die Damen nicht weniger Lohn verlangen als ihre männlichen Kollegen. Auch ich kenne Beispiele für die Überlegenheit weiblicher Arbeitseignung, da sind dann auch kaum besser bezahlte männliche Kollegen zu finden oder wenn, dann haben sie andere, für Betrieb und Kunden griffige, Vorteile. Das ist da wo Geld nicht vom Steuerzahler kommt nämlich so: Wer mehr Nutzen bringt wird bevorzugt eingestellt und bezahlt! Man lasse den Staat im Körbchen!
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  • Kommentar von Thomas Schweizer (Schweizer_Thomas)
    "KEYSTONE Bild" Sieht nach Sklavenarbeit aus. Unter solchen Vorausetzungen würde kein Mensch arbeiten. Seit Jahren gibt es CNC Maschinen. Und Studien kann man Viele durchführen. Man sieht es. Praxis sieht anders aus. Mein erlernter Beruf ist eine 4-jährige Polymechaniker Ausbildung. Nachher weitere Abschlüsse im industriellen Bereich. Werkmeisterausbildung u.a. Der letzten Abschlüsse/Weiterbildungen im IT Bereich. Praktisch gearbeitet in beiden Berufsgruppen. Und dies viele Jahre.
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