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Schweiz «Die Unfallstelle muss gesichert werden»

Der Rechtsmediziner Christoph Markwalder erklärt, worauf es bei den Untersuchungsarbeiten in der Ostukraine ankommt und wieso die Identifikation der Leichen zeitlich verzögert wird.

Legende: Video Absturzstelle ungenügend gesichert abspielen. Laufzeit 01:29 Minuten.
Aus Tagesschau vom 20.07.2014.

Beim Absturz des Fluges MH17 gab es 298 Tote. Das sind Menschen, deren Angehörige auf Informationen warten, die wissen wollen, was letzten Donnerstag genau geschehen ist.

Mann mit Gewehr hält sich die Nase zu. Dahinter ist eine Gruppe Personen vor einem Eisenbahnkühlwagen zu sehen.
Legende: Die Leichen wurden bereits vom Unfallort abtransportiert und in Kühlwagen gebracht. Reuters

Diese Situation kennt der Rechtsmediziner Christoph Markwalder. Er hat schon mehrere Untersuchungen nach Flugkatastrophen geleitet. Beim aktuellen Absturz bereite vor allem das riesige Trümmerfeld Schwierigkeiten.

Erst Dokumentation, dann Abtransport

Es sei sehr schwierig zu sichern. Denn eigentlich sei das wichtigste, «dass die Unfallstelle gesichert und dann durch Experten genauestens untersucht und dokumentiert wird. Erst danach sollten Leichenteile oder die Effekte der Verunglückten abtransportiert werden.»

Die Leichen werden nicht nur zur Identifikation untersucht, sondern auch, um Rückschlüsse auf den Unfallhergang zu ziehen. «Anhand der Verletzungen kann zum Beispiel ermittelt werden, ob es im Flugzeug einen Brand gab», so der Experte.

In der Ostukraine ist der Abtransport schon vorweg genommen worden. Die Leichen befinden sich mittlerweile in Kühlwagen und nicht mehr am Unfallort. Gepäckstücke wurden von Rebellen und Anwohnern aussortiert und aufgereiht und Trümmer nicht genug abgeschirmt.

Für den Rechtsmediziner ist dabei eines klar: «Das wird die Untersuchungen behindern, weil nicht mehr alle notwendigen Dokumente vorhanden sind.»

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16 Kommentare

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  • Kommentar von D. Schmidel, St. Gallen
    Toll wie sich wieder Russenschlaumeier und Verschwörungstheoretiker in diesem Forum breit machen. Wir sind halt eine echte Demokratie in der so etwas noch möglich ist.
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    1. Antwort von E. Waeden, Kt. Zürich
      Und deshalb können sich eben auch Amerika-Schlaumeier & Co in diesem Forum breit machen, gell! Aber die Russen-Schlaumeier haben sich wenigsten bemüht aufzuzeigen, weshalb man die sterblichen Überreste dieser Menschen rasch geborgen hat. Eben um die wildwuchernden Verschwörungstheorien & Spekulationen der Russland-Hasser ein wenig "einzudämmen".
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    2. Antwort von Eddy Dreier, Burgdorf
      Der Versuch, andere Meinungen lächerlich zu machen, ist an und für sich schon lächerlich. Wenn Sie andere Meinungen nicht etragen, dann sollten Sie vielleicht in ein einseitigeres Land auswandern!?
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    3. Antwort von c.jaschko, Bern
      Es ist schon komisch da es noch Menschen gibt die ein Land welches im Krieg die letzten 100 Jahre sich befindet und jeden anderen in den Kriegen vorantreibt supporten :-) Die Warheit wird rauskommen und alle Menschen erreichen egal wie sehr im Tiefschlaf die sich gerade befinden... Got helfe der Ukraine da es im Moment nimand anders - nicht mal versucht :-)
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    4. Antwort von Thomas Käppeli, Guatemala Ciudad
      Unter "normalen" Umständen (nicht Absturz über Kriegsgebiet), hätte es auch nur wenige Stunden gedauert, bis Spezialisten/Forensiker vor Ort mit der tristen Arbeit begonnen hätten. Aber in diesem Tohuwabohu! Ich schrieb absichtlich Absturz und nicht Abschuss. Im Prinzip ist bisher gar nichts belegt, ausser gegenseitiger Anschuldigungen. Wer liefert den hieb und stichfesten Grund für dieses brutale "Grounding"? Keine Verschwörungstheorie, aber Optionen offen lassend. Ich empfinde nur Grauen.
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  • Kommentar von S. Meier, Adliswil
    Vor Ort ist es ca. 30°. Eigentlich müssten die Körper liegen gelassen werden,was aber bei solchen Temperaturen wohl auch nicht gut ist, bis die Experten eintreffen aber das internat. Expertenteam, darunter auch 60 Leute aus Malaysia befindet sich anscheinend immer noch in Kiew und wartet auf grünes Licht der UA Regierung.
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    1. Antwort von M.Krebser, Thun
      Es sieht so aus dass die Untersuchung vom Kiev aus verzögert ist. Heute ist es schon der 4.Tag nach der Flugkatastrophe und immer noch keine Internationale unabhängige Kommission vor Ort. Es scheint dass sich niemand wirklich für die Verstorbene interessiert ausser die Vertreter der Volksrepublik Donezk, die am meisten die Menschlichkeit gezeigt haben und sich um die Leichen gekümmert haben. Die ganze Geschichte ist sehr unsauber und erinnert sich stark an Operation Northwoods.
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  • Kommentar von E. Waeden, Kt. Zürich
    Die Temperaturen sehr hoch sind, hat man wohl deshalb die sterblichen Überreste der Opfer rasch abtransportiert, um in Kühlwagen einer Bahn unter zu bringen. Hätte man sie bei diesen Hitze noch lange da liegen lassen sollen, bis die Regierung endlich "grünes Licht" für Experten gibt? Und bei vielen Katastrophen tragen Opfer, welche es zu identifizieren gilt auch nicht immer Ausweispapiere auf sich, es herrscht ein heilloses Durcheinander. & es gibt Plünderungen. Kein "Neuland" für Experten.
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