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Hilfe bei Stellensuche Falsche Massnahmen im falschen Moment?

Legende: Audio Seco-Umfrage: Jeder Vierte mit RAV-Massnahmen unzufrieden abspielen. Laufzeit 01:35 Minuten.
01:35 min, aus HeuteMorgen vom 19.12.2017.
  • Die Massnahmen der regionalen Arbeitsvermittlungszentren RAV erhalten in einer Umfrage eher unterdurchschnittliche Noten.
  • Rund jeder vierte befragte Stellensuchende beurteilte die Kurse, Praktika oder Beschäftigungsprogramme, die er besucht hat, als zu wenig zielgerichtet.
  • Das Seco möchte das Angebot nun verbessern – mit einem Pilotprojekt in drei Kantonen.

Ein Viertel der Befragten kann mit den sogenannten arbeitsmarktlichen Massnahmen, den Kursen, Praktika und Beschäftigungsprogrammen, die die Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) anbieten, nicht viel anfangen.

Sie seien wenig nützlich bei der Stellensuche, sagen sie. Bruno Sauter, Präsident des Verbandes Schweizerischer Arbeitsmarktbehörden, erklärt, warum das so ist: «Weil Massnahmen, Kurse, Programme nicht auf eine einzelne Person ausgerichtet werden können, sondern für eine Grundgesamtheit passen sollen.»

Zielvereinbarungen sollen Abhilfe schaffen

Mehr als 137’000 Erwerbslose waren Ende November bei den RAV gemeldet. Da sei es schwierig, für jeden von ihnen den passenden Kurs anbieten zu können. Dennoch soll diese Schwachstelle ausgebessert werden. Das sagt Simon Röthlisberger vom Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco): «Es geht grundsätzlich darum, dass die richtige Massnahme im richtigen Moment bei der richtigen Person verfügt wird.»

In drei Kantonen wird darum nun ein Pilotprojekt durchgeführt. So sollen zum Beispiel mit jedem Arbeitslosen Ziele vereinbart werden, bevor er oder sie einen Kurs besucht. Danach soll überprüft werden, ob diese Ziele auch erreicht wurden. Solche Massnahmen seien auch deshalb wichtig, weil die Kurse und Programme jährlich 600 Millionen Franken kosten.

Es geht darum, dass die richtige Massnahme im richtigen Moment bei der richtigen Person verfügt wird.
Autor: Simon RöthlisbergerRAV-Steuerungsleiter beim Seco

Grundsätzlich gilt es aber festzuhalten: Knapp 80 Prozent der befragten Stellensuchenden sind mit den RAV zufrieden. Sie schätzen ganz besonders die Beratung und die Freundlichkeit der RAV-Mitarbeitenden und die Fokussierung darauf, dass die Arbeitslosen möglichst schnell eine neue Stelle finden.

Note 4,4 in Umfrage

Das Seco liess im August und September 36'000 Personen online zu den Dienstleistungen der RAV und der Arbeitslosenkassen befragen. Im Schnitt erhielten deren Massnahmen auf einer Notenskala von 1 bis 6 eine Beurteilung von 4,4 – das sei unterdurchschnittlich gut, sagt das Seco zum Ergebnis.

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8 Kommentare

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  • Kommentar von Eva Werle (Eva Werle)
    Das Beste, was das RAV für einen tut und tun kann, ist einen bei der Arbeitssuche nicht zu sehr zu behindern! Das RAV vermittelt nicht, es verwaltet und kontrolliert. Mit den verordneten Kursen wird man nur "beschäftigt" und damit von der Stellensuche abgehalten.
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  • Kommentar von Ruedi Hammer (Ruedi Hammer)
    Was ist die genuine Aufgabe eines Regionalen Arbeitsvermittlungszentrums ? Arbeitsstellen zu vermitteln. Solange sie das aber gar nicht tun, braucht es sie auch nicht. Dies ist einfach ein Fakt und ist nichts Persönliches gegen die dortigen Mitarbeiter. Traurig auch, dass sogar viele Arbeitslose die eigentliche Stellenvermittlung nicht einfordern bzw. das nicht wissen!
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  • Kommentar von Michael Weiss (neuewege50plus.ch)
    Sind Ü50-Mandanten von mir - jedoch auch jüngere - parallel beim RAV, wird's schwierig. Sie fluten mit sinnlosen Massen-Bewerbungen die Personalabteilungen der Firmen, um die geforderten Arbeitsbemühungen zu liefern. Und besuchen teure RAV-Kurse, die wenig bringen. Ob zukünftig Zielvereinbarungen helfen, den Bedarf zu klären, scheint fraglich, da wirklich zielführende Massnahmen (z.B. Umschulung) gar nicht erst angeboten werden. Zu Ende studiert scheint das nicht, zumal es bessere Lösungen gibt.
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