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Kein Zigarettenqualm Am Rauchverbot auf den Perrons scheiden sich die Geister

Legende: Audio «Ab hier Nichtraucherzone» abspielen.
1:47 min, aus HeuteMorgen vom 14.02.2018.

Das Wichtigste in Kürze

  • Noch schnell eine Zigarette rauchen, bevor man in den Zug steigt – das ist am Basler Bahnhof SBB seit kurzem passé.
  • Seit dem 1. Februar ist das Rauchen im ganzen Bahnhof verboten – testweise.
  • Ähnliche Versuche laufen in fünf anderen Schweizer Bahnhöfen: Chur, Bellinzona, Neuchâtel, Nyon, Zürich Stadelhofen.
  • Was in anderen europäischen Ländern selbstverständlich ist, ist in der Schweiz ein Novum.

Der letzte Aschenbecher befindet sich direkt vor dem Eingang zum Bahnhof, darüber ist ein blaues Schild, auf dem es heisst: «Ab hier Nichtraucherzone. Danke, dass Sie ihre Zigarette hier entsorgen.» Eine Frau sagt, für sie sei das in Ordnung: «Andere Leute finden das eklig; ich rauche halt. Also darf ich an die frische Luft gehen – ich finde das gut.»

Es riecht nach Take-Away-Essen in der Schalterhalle. Zigarettenrauch ist nicht in Sicht. Sie sei froh, dass hier nicht mehr geraucht werde, sagt eine ältere Frau – auch wegen der Zigarettenstummel am Boden: «Sie schmeissen sie ja nicht dorthin, wo man sie hinschmeissen sollte. Und jemand muss das schliesslich putzen.»

Drei Millionen für verirrte Zigarettenstummel

Drei Millionen Franken wendet die SBB jährlich auf, um die Schweizer Bahnhöfe von verirrten Zigarettenstummeln – vor allem in den Gleisen – zu befreien. Dieses Geld könnte die SBB einsparen, wenn an den Bahnhöfen und auch auf den Perrons nicht mehr geraucht würde. So wie in Basel seit Anfang des Monats.

Gerade am Rauchverbot auf den Perrons scheiden sich aber die Geister. Eine ältere Frau wedelt mit der Hand durch die Luft – hier sei man doch draussen. «Gerade in unserem Bahnhof mit den hohen Hallen und es kann entweichen. Das hat mich nicht gestört – überhaupt nicht», sagt sie. Ein junger Mann widerspricht: Trotz frischer Luft sei man hier vollgequalmt worden. Und: «Es funktioniert in anderen europäischen Ländern auch. Warum sollte das bei uns nicht funktionieren?», sagt er.

Versuch dauert mehrere Monate

Wie das Rauchverbot in der Schweiz an den sechs Testbahnhöfen funktioniert, will die SBB zurzeit nicht kommentieren. Der Versuch dauere mehrere Monate und werde dann ausgewertet.

Übrigens wird im Bahnhof niemand gebüsst, der sich unerlaubt eine Zigarette ansteckt, sondern nur auf das Rauchverbot hingewiesen.

44 Kommentare

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  • Kommentar von M. Keller (MK)
    Keine halben Sachen! Für mich macht nur ein absolutes Rauchverbot sinn oder aber man lässt es so wie es ist. An einigen Bahnhöfen, die ich kenne, ist das Rauchen in den Unterführungen heute schon verboten. Trotzdem halten sich viele Raucher nicht daran. Wenn ein generelles Rauchverbot ausgesprochen würde, könnten auch entsprechend Bussen verteilt werden.
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  • Kommentar von Pius Wihler (Pius Wihler)
    Höchste Zeit, dass dieses Rauchverbot durchgesetzt wird. Es ist wirklich ätzend, wenn man im Bahnhof von diesen stinkende Rauchschwaden eingehüllt wird. Und diese Leute atmen diesen grausigen Gestank im Zug noch lange aus, da sie kurz vorher geraucht hatten. Das ist ebenso unangenehm, wie neben oder vis a vis einem Alkoholiker zu sitzen. Zudem ist Rauchen eh etwas des dümmsten, was ein Mensch sich gesundheitlich und der Umgebung antun kann. In Gartenrestaurants soll das auch verboten werden!
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  • Kommentar von Christophe Bühler ((Bühli))
    Bahnhöfe oder Flughäfen gehören einer Betreibergesellschaft und diese Firmen passen Ihr Gebahren (rauchfrei oder nicht) den Zeichen der Zeit an. Da muss ich mich als Raucher entsprechend verhalten. Schwer umsetzbar wäre ein generelles Rauchverbot im öffentlichen Raum.
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