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Session «Es ist eine gerechte Besteuerung aller natürlichen Personen»

Verkauft ein Bauer künftig sein Land, muss er auf den Gewinn keine Bundessteuer bezahlen. So will es der Nationalrat. Mit diesem Beschluss vom Mittwoch führt er ein Steuerprivileg wieder ein, das vor sechs Jahren aufgehoben worden ist. Bauernpräsident Markus Ritter verteidigt den Entscheid.

SRF News: Wenn ein Bauer künftig sein Land verkauft, soll er auf den Gewinn keine Bundessteuer bezahlen müssen. Haben Sie kein schlechtes Gewissen?

Markus Ritter: Es war ein guter Entscheid des Nationalrates. Die Regelung bedeutet nichts anderes als eine gerechte, gleichmässige Besteuerung aller natürlichen Personen: Private, Erbengemeinschaften und Landwirte.

Profitieren vom Entscheid des Nationalrates werden vor allem die Grossbauern. Wie erklären Sie das den Kleinbauern?

Das stimmt nicht. Alle können Bauland verkaufen, nicht nur die Grossen. Ausserdem betrifft das neue Steuersystem auch Bauern, die ihren Betrieb aufgeben: Die Grundstücke und vor allem das Wohnhaus müssen vom Geschäfts- ins Privatvermögen überführt werden. Erhält ein Wohnhaus einen Mehrwert von beispielsweise 400‘000 Franken, ohne dass Geld fliesst, werden Steuern und Abgaben von 200‘000 Franken fällig. Das können viele gar nicht bezahlen. Jährlich gibt es über 1000 solche Fälle.

Haben Sie keine Angst, dass die Forderung des Bauernverbandes nach mehr Schutz des Kulturlandes in Zukunft vielleicht nicht mehr so ernst genommen wird?

Nein, denn wir haben das Raumplanungsgesetz mitgetragen und damit bewiesen, dass wir bereit sind, aktiv etwas für den Schutz von Kulturland zu tun. Wir haben zugunsten einer 20-Prozent-Mehrwertabgabe entschieden und damit gezeigt, dass wir bereit sind, sehr viel Geld für den Kulturlandschutz einzuschiessen. Ich kenne keinen anderen Berusfverband, der sich für eine Steuererhöhung eingesetzt hat, die auch einen beachtlichen Teil seiner eigenen Mitglieder betrifft.

Das Gespräch führte Tina Herren.

Markus Ritter ist Präsident des Bauernverbandes (sbv) und CVP-Nationalrat.

23 Kommentare

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  • Kommentar von Hans Haller (panasawan)
    Das Problem ist nun doch, dass dieses Landwirtschaftsland zu Bauland gemacht wird oder werden kann und damit wird es auch adm.-technisch möglich Grundstück-Gewinn-Steuern zu umgehen. Das wäre ja dann wohl nicht der Sinn der Sache. Oder liege ich da so falsch ?
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  • Kommentar von Heiner Zumbrunn (Heiner Zumbrunn)
    Was Herr Ritter vergessen hat zu klären: Was ist die Leistung der Eigentümer von landwirtschaftlichen Nutzflächen, dass diese zu Bauland wurden? Es ist nicht korrekt, dass Bauerland dem aktuellen Besitzer ohne was zu tun, mehr oder weniger unversteuerten Gewinn zuspricht. Allen die letzten 300 Jahre auch Erbberechtigten und deren Rechtsfolger, die die gleiche Leistung erbrachten haben, nämlich keine, kriegen ja auch nichts. Immer gerade am Kopf kratzen, bitte, nicht um alle Rundungen herum.
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  • Kommentar von M. Roe (M. Roe)
    Solange die Bauern die Unterstützung des Volkes brauchen um überhaupt überleben zu können, ohne dass der EU und der restlichen Welt erlaubt wird, diese unsere Bauern auszulöschen, unterstützen wir eben die Bauern. Für "Linke" Stuben- und Strassen-Hocker ist das natürlich nicht begreiflich. Für die zählt nur die Kohle heute; wo diese Kohle morgen herkommt, ist für die nicht erfassbar.
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    1. Antwort von Jürg Sand (Jürg Sand)
      M.Roe, hat keinen Zweck, man kapiert so "komplexe" Dinge wie Grundstücksgewinnsteuern ganz offensichtlich nicht! Sie scheitern meist schon beim eifachsten Haushaltsbudget und viele glauben gar sie seien Staatskinder mit Taschengeldanspruch.
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    2. Antwort von Urs Müller (Confoederatio)
      M. Roe Es ist nur unbegreiflich, warum der Verkauf von Kulturland als Bauland so massiv begünstigt werden muss. Man sollte Land(verwaltungs)wirt werden.
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