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Legende: Audio «Ein Zufall hat mich in die SVP geführt»: Ständerat Hannes Germann (SVP) im Interview. abspielen. Laufzeit 14:14 Minuten.
Aus Regionaljournal Zürich Schaffhausen vom 03.09.2019.
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Schaffhauser Ständeratswahl Hannes Germann: «Mich hat noch nie jemand Sesselkleber genannt»

Hannes Germann ist ein altbekanntes Gesicht in der Schweizer Politik: Seit 2002 politisiert der Schaffhauser bereits im Ständerat, später präsidierte der SVP-Politiker gar die Kleine Kammer. So war es auch nicht verwunderlich, dass die SVP des Kantons Schaffhausen den 63-Jährigen im Frühling erneut als Ständeratskandidaten nominiert hat.

Hannes Germann

Hannes Germann

Ständerat (SVP)

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Hannes Germann, 63, ist einer der amtsältesten Ständeräte überhaupt. Der Beriebsökonom politisiert seit 2002 in der Kleinen Kammer. 2013/2014 war er Ständeratspräsident. Heute leitet er die Finanzkommission des Ständerates.

SRF: Hannes Germann, Sie sind einer der amtsältesten Ständeräte. Wie häufig wurden sie schon als Sesselkleber bezeichnet?

Hannes Germann: Noch nie, ich habe noch nie von jemandem gehört, es wäre Zeit für jemand Jüngeres oder eine Frau. Solange man den Job gut macht, sind diese Stimmen auch nicht zu hören. Natürlich bin ich sicher länger im Amt als andere. Aber ich mache es so gerne und glaube, ich kann dem Kanton Schaffhausen, der ganzen Region und auch unserem Land viel bringen. Deshalb fühle ich mich aufgrund meiner Motivation berufen, nochmals vier weitere Jahre zu machen.

Sie sind ein gemässigter SVP-Politiker. Häufig weichen Sie von der Parteilinie ab, bezeichnen das aktuelle Wahlplakat etwa als «degoutant». Trotzdem betonen Sie stets, in der richtigen Partei zu sein. Was hält sie in der SVP?

Wir haben natürlich gewisse Grundwerte, die ich teile. Dann bin ich ja ein Vertreter der Schaffhauser SVP und kann da hinter praktisch allem stehen. Vielleicht habe ich nicht immer die gleiche Meinung, auch bei der nationalen Partei. Aber wenn man natürlich mal abweicht – insbesondere als Standesvertreter – fällt das auch auf. Es braucht natürlich Mut, von der Parteilinie abzuweichen. Aber ich denke, genau das muss ein Standesvertreter können. Er muss überparteilich handeln können und mit anderen zusammen Mehrheiten bilden. Das geht ja bekanntlich nicht allein. Im Nationalrat ist das ein bisschen anders.

Bei Finanz-und Wirtschaftsthemen sind Sie auf Parteilinie. Wie verhält es sich bei Umweltthemen? Hier ist die SVP der Meinung, der Klimawandel finde statt. Als kleine Schweiz grosse Einschränkungen zu machen, sei aber sinnlos.

Wir sind ein Staat, der das Pariser Klimaabkommen unterzeichnet hat. Auch ich konnte diesem im Parlament zustimmen. Als sehr wohlhabender Staat sind wir dazu verpflichtet, eine Vorreiterrolle einzunehmen. Wenn wir beispielsweise bei Liegenschaften möglichst schnell vom Öl wegkommen würden, wäre das ein riesiger Anreiz. Möglich wäre das mit Solarenergie, die gerade bei Gebäuden sehr effizient ist. Mit intelligenten Netzen könnte man eine dezentrale Stromversorgung schaffen. Ich wäre stolz, wenn die Schweiz gegenüber anderen Ländern so eine Vorreiterrolle einnehmen könnte. Ich bin aber mit der Partei einig, dass wir Leute im Inland nicht finanziell bestrafen dürfen, die auf Mobilität angewiesen sind – wie beispielsweise Handwerker, die mit dem Lieferwagen auf Baustellen fahren müssen.

Das Interview führte Nadine Markwalder. Sie finden das ganze Gespräch im Audiofile.

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Verena Eberhard  (Verena Eberhard)
    Ist ja klar, dass ihn niemand als Sesselkleber sieht, denn er ist nie präsent in den Medien und auch sonst sieht man ihn nicht. Ich bin überzeugt, dass ihn nur die Schaffhauser kennen.
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  • Kommentar von A. Keller  (eyko)
    Thomas Minder (parteilos) , hoffe, dass er den Sitz halten kann. Herr Germann ist mich ein Sesselkleber, Motivation eine Ausrede, traurig, dass er nach so vielen Jahren immer noch am Sessel klammert. Hat er nichts Bessers zu tun bzw. keinen Beruf dem er nachgehen kann? Wird Zeit, dass Jüngere nachfolgen. 12 Jahre als NR oder SR sollten genug sein. Müsste Gesetz werden, da leider einige mit den Jahren übertreiben.
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  • Kommentar von Christine Hadorn  (Baski)
    Wenn jemand nach 18 Jahren nicht aufhören kann, dann ist er ein Sesselkleber, auch wenn ihn noch niemand als solchen bezeichnet hat. Vier Amtszeiten sind für mich die obere Grenze, dann ist es Zeit für eine frische Kraft, selbst wenn man meint, man sei noch lange nicht amtsmüde . Und wenn Herr Germann nur aus strategischen Gründen bleibt, um dann bald abzutreten, um einem Parteikollegen das Nachrutschen zu ermöglichen, ist das keine Legitimität um nach 18 Jahren nochmals zu kandidieren .
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    1. Antwort von Werner Christmann  (chrischi1)
      darf ich fragen ob sie im Kanton Schaffhausen wahlberechtigt sind und Hannes Germann persönlich kennen?
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