Wie umgehen mit radikalen Muslimen?

Koran-Verteil-Stände der Aktion «Lies» sollen in einigen Kantonen verboten werden. Man befürchtet, die Organisation fördere den Extremismus und führe gerade junge Menschen in den Jihad. Politiker versuchen mit dem Verbot, einer Radikalisierung Einhalt zu gebieten. Ist das der richtige Weg?

Ein Muslime kniet auf einem roten Teppich und berührt mit seinem Kopf den Boden.
Bildlegende: Was ist der richtige Weg im Umgang mit radikalen Muslimen – Verbot oder Tolenranz? Keystone

Die Schweizer Erziehungswissenschaftlerin Miryam Eser Davolio untersucht die Radikalisierung von Jugendlichen in der Schweiz. Sie sagt, dass Organisationen wie die Aktion «Lies» nicht Hauptgrund für Radikalisierung seien, aber es könnten dort Kontakte zu Gleichgesinnten entstehen. Miryam Eser Davolio glaubt deshalb, dass die Extremismus-Prävention breiter abgestützt werden muss. Schweizweite Massnahmen sind zwar vorgesehen, sie kommen aber viel später als in anderen Ländern.

Weiteres Thema: Krimitauglich. – Alfred Bodenheimer ist Basler Judaistikprofessor und preisgekrönter Krimiautor. In seinem letzten Krimi taucht ein «Messiasdialog» aus dem 16. Jahrhundert auf, der viel über das Verhältnis von Juden und Christen zur Reformationszeit verrät. Die Propagandaschrift des Basler Humanisten Sebastian Münster ist nun erstmals ins Deutsche übersetzt und wissenschaftlich kommentiert worden.

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Literaturhinweis:
Alfred Bodenheimer (Hrsg.): Sebastian Münster, Der Messias-Dialog. Der hebräische Text von 1539 in deutscher Übersetzung herausgegeben von Alfred Bodenheimer, 2017.
ISBN 978-3-7965-3666-3

Redaktion: Judith Wipfler